Diözesanwallfahrt 2001
"Auf den
Spuren des Apostels Paulus - Begegnung mit der orthodoxen Kirche"
Diese Wallfahrt war eine intensive Begegnung mit der Kirche
der Orthodoxie, erklärte der Direktor des Pastoralamtes,
Msgr. Wilfried Kreuth nach seiner Rückkehr von der Diözesanwallfahrt
nach Zypern. Eine Woche lang waren die Pilger aus St. Pölten
auf den Spuren der ersten christlichen Missionare in Zypern unterwegs,
wo sie auch zahlreiche orthodoxe Kirchen und Klöster mit ihren
kostbaren Ikonen besuchten. Die Christen auf Zypern gehören
zum größten Teil der griechisch-orthodoxen Kirche an.
Schon in vorchristlicher Zeit war Zypern als Insel der Aphrodite
bekannt, wie der griechische Dichter Euripides berichtet. Der Besuch
der Königsgräber aus dem 3. Jahrtausend vor Christus in
Paphos sowie der berühmten Villen des Dionysos und Theseus
mit ihren Mosaikdarstellungen aus der griechischen Mythologie zeugen
von dieser einstigen Bedeutung.
Paulus missionierte in Zypern
Nach der Apostelgeschichte soll Barnabas, der begleiter des Apostels
Paulus auf dessen erster Missionsreise, auf Zypern geboren sein.
Er wird auf der Mittelmeerinsel als der eigentliche Begründer
des christlichen Zypern verehrt. Die erste Missionsreise führte
den Völkerapostel auch nach Zypern. Wie berichtet wird, durchwanderten
sie die Insel von Salamis bis Paphos.
Die St. Pöltner Pilger besuchten auf ihrer Reise daher auch
die berühmte Paulussäule von Paphos, an der nach der Legende
der Völkerapostel festgebunden war, ehe er den Statthalter
zum christlichen Glauben bekehren konnte. Beim Gottesdienst in der
daneben liegenden Basilika Chrysopolitissa (Ayia Kyriaki) war die
Bekehrung des Apostels Paulus Thema der Predigt von Finanzkammerdirektor
Kan. Leopold Schagerl.
Das byzantinische Zypern
Einen weiten Sprung von der Apostelzeit in die byzantinische Ära
machten die Wallfahrer beim Besuch der berühmten Scheunendachkirchen
im Troodos-Gebirge. Abenteuerlich war bereits die Fahrt auf den
engen und schmalen Bergpfaden. Diese Kirchen stehen wegen ihrer
Bedeutung unter dem Schutz der UNESCO. Beeindruckend war vor allem
die Ikonostase in der Kirche Panajia Phorviotissa in Asinon.
In Larnaka konnten die Pilger das eindrucksvollste Bauwerk des Ortes,
die Lazaruskirche, besichtigen. Sie wurde an der Stelle errichtet,
wo sich das Grab des Lazarus befunden haben soll. Lazarus soll der
legende nach Bischof auf Zypern gewesen sein. In einem Schrein in
der Kirche wird sein Haupt als Reliquie aufbewahrt. In der darunter
liegenden Krypta ist sein Grab zu sehen.
Berühmte Klöster
Der Besuch des berühmten Kykkos-Klosters auf 1.200 Metern Seehöhe
im Troodos-Gebirge war sicher einer der Höhepunkte der Wallfahrt.
Es ist das bedeutendste zypriotische Kloster, das 1080 gegründet
wurde und eine der drei Ikonen der Jungfrau Maria besitzt, die der
Evangelist Lukas selbst gemalt haben soll. Diese Ikone ist heute
vollständig mit einer Silber- und Goldplatte abgedeckt. Welche
Bedeutung dieses Kloster hatte, zeigt sich darin, dass dort im 14.
Jahrhundert 400 Mönche gelebt haben, wie die Annalen berichten.
Heute ist es ein beliebtes Ziel für Pilger aus dem ganzen Land.
In der Nähe dieses Klosters befindet sich das Grabmal des ersten
Staatspräsidenten, Erzbischof Makarios. Er selbst war Schüler
und später auch Abt im Kykkos-Kloster.
Ein demonstratives Beispiel christlicher Macht und Auseinandersetzung
mit dem Islam im Mittelalter sind die Burgen der Kreuzritter. So
die Festung Kolossi der Johanniter.
Ganz anders die schlichten und einfachen Weindörfer inmitten
fruchtbarer Hänge, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.
Erholsam für die Reisenden war es, im kleinen Ort Vasa die
einheimischen Spezialitäten bei einem landesüblichen Mittagessen
einem Meze zu verkosten.
Nikosia
Den Flair einer Kleinstadt mit malerischen Gässchen strahlt
die Hauptstadt der Insel, Nikosia, auf die Besucher aus. Doch die
Demarkationslinie, ein Stacheldrahtzaun, trennt die Wohngebite der
Griechen von den Türken. Es sind Bilder, die an den Eisernen
Vorhand erinnern.
Das Museum der Stadt zeigt eine umfangreiche Sammlung von Funden
aus allen Teilen der Insel. Nach der Besichtigung der bekannten
Wandmalereien in der orthodoxen Johanneskirche, feierten die Pilger
in der katholischen Kirche zum Heiligen Kreuz den Gottesdienst.
Diese Kirche steht im Niemandsland und darf außerhalb der
Gottesdienste nicht betreten werden.
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