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Diözesanreise und Wallfahrt 2006 nach Madeira
13. bis 20. März 2006

Die St. Pöltner Diözesanreise 2006 führte für eine Woche auf die "Insel des ewigen Frühlings". In der Wallfahrtskirche Monte ist auch der letzte Kaiser von Österreich, der seliggesprochene Kaiser Karl I. beigesetzt.

Die Wallfahrergruppe vor der Kirche Nossa Senhora do Monte
Den Willen Gottes im Leben erkennen war das Leitthema der diesjährigen Diözesanreise und Wallfahrt nach Madeira. "Auf dieser Suche nach dem Willen Gottes im Leben sind wir gemeinsam unterwegs", betonte der Direktor des Pastoralamtes und Leiter der Wallfahrt, Msgr. Wilfried Kreuth bei der ersten Messe in der Kathedrale von Funchal, der Hauptstadt der Inselgruppe im Atlantik. Die Gemeinschaft der Kirche bestehe aber nicht nur aus den Lebenden, sondern auch aus jenen, die bei Gott bereits vollendet sind, wies er hin. Bei jeder Wallfahrt erleben die Teilnehmer, dass niemand alleine ist, sondern alle aufeinander angewiesen sind. Solche Helfer seien auch die Heiligen, denen bei Wallfahrten gedacht wird.

Ein besonderer Höhepunkt der Reise war dann auch die Wallfahrt zur "Nossa Senhora do Monte", dem größten Wallfahrtsort der Insel. Hier befindet sich in der linken Seitenkapelle auch das Grab des letzten Kaisers von Österreich, Karl I., der seine letzten Lebensjahre im Exil auf Madeira verbracht hat und vor zwei Jahren in Rom selig gesprochen wurde. Das Gnadenbild ist eine kleine in Silber gefasste Pieta im Hochaltar. Die Kirche selbst wurde 1470 errichtet, aber 1748 durch ein Erdbeben zerstört. Der heutige im Barockstil errichtete Bau geht auf das Jahr 1818 zurück.
In seiner Predigt bei der Messe erinnerte Msgr. Kreuth an den Einsatz Karl I. für den Frieden, für die katholische Soziallehre und sein Streben nach einem christlichen Leben, das stark vom Gebet geprägt war. Ein von ihm überlieferter Satz drücke dies besonders deutlich aus: "Mein ganzes Bestreben ist immer, in allen Dingen den Willen Gottes möglichst klar zu erkennen und zu befolgen, und zwar auf das vollkommenste".

Die Wetterbedingungen waren bei der Diözesanreise und Wallfahrt nicht immer angenehm, was sich aber nicht negativ auf die Stimmung auswirkte. Die Landschaft habe bei allen Wetterbedingungen auf die Reiseteilnehmer eine besondere Faszination ausgeübt. "Wir haben alles erlebt - Sonne, Regen und Hagel", schildert Direktor Kreuth. Besonders beeindruckend sei für ihn und für viele Reiseteilnehmer die steil abfallende Küstenlandschaft im Norden der Insel mit den kleinen Dörfern gewesen. Einst konnten deren Bewohner nur mit Booten zu ihren Häusern gelangen. Heute winden sich kurvige Straßen mit vielen Tunnels an der Küste entlang.
Abwechslung brachten zwei Wanderungen entlang der Bewässerungskanäle, von denen es über 2.000 Kilometer im Land gibt. Sie dienen dazu, das begehrte Wasser vom regenreichen Norden in den Süden des Landes zu leiten.
Besonders abenteuerlich war die Fahrt zum Tal "Curral das Freiras", dem "Stall der Nonnen". Dorthin sind im Jahr 1566 die Clarissinnen aus ihrem Kloster in Funchal geflüchtet, als damals Korsaren die Hauptstadt überfielen. Ein einzigartiges Erlebnis war auch der Besuch eines Orchideengartens in der Hauptstadt Funchal, den ein Streirer aus Weiz vor Jahren angelegt hat. Das ganze Jahr über gibt es auf der gesamten Insel blühende Pflanzen, die der Inselgruppe im Atlantik auch den Beinamen "Insel des ewigen Frühlings" geben.


Kontakt: presse.stpoelten@kirche.at