Die Liturgie für den Gebetstag wurde von Frauen aus Kamerun
vorbereitet. Die Verfasserinnen laden dazu ein, ihr Land in seiner
ganzen Vielfalt und Schönheit kennen zu lernen und in den Ruf
einzustimmen: "Alles, was Atem hat, lobe Gott!" Den Anlass dafür
finden die Frauen in der Schönheit und Vielfalt ihres Landes, in der
Fruchtbarkeit und dem Reichtum des Bodens, in der Artenvielfalt der
Pflanzen- und Tierwelt sowie im Miteinander der rund 250 Völker und
Stämme Kameruns.
Der zentralafrikanische Staat hat sich im Vergleich zu anderen
Staaten Afrikas bisher als stabil erwiesen. Die Verfasserinnen der
Weltgebetstagsliturgie benennen aber auch das, was ihre
Lebenssituation erschwert und ihnen den Atem und die Kraft zum Leben
raubt: Gewalt, Korruption, wachsende wirtschaftliche Not,
Benachteiligung von Frauen und Mädchen und die Ausbeutung der
Ressourcen des Landes.
Bei den Gottesdiensten am Weltgebetstag wird immer für soziale
Projekte gesammelt, heuer auch für zwei Aktionen in Kamerun: für
Witwen in Buea sowie für Schulkinder in Kumbo. In der bergigen
Region Lebialem im Südwesten von Kamerun bekommen Witwen Land und
Betriebsmittel zur Verfügung gestellt. Landwirtschaftliche
Schulungsprogramme, Rechts- und Gesundheitsberatung sowie HIV/AIDS-
und Malaria-Programme ergänzen das Projekt. In Kumbo in
Nordwest-Kamerun fördert der Weltgebetstag Waisenkinder durch die
Übernahme des Schulgeldes.
Älteste und größte ökumenische Basisbewegung
Der "Weltgebetstag der Frauen" ist die älteste und größte
ökumenische Basisbewegung. Er geht auf das Jahr 1887 in Nordamerika
zurück und wird von katholischen, orthodoxen, evangelischen und
freikirchlichen Christinnen gemeinsam begangen. Das Nationalkomitee
in Österreich bilden neben der römisch-katholischen auch die
evangelische Kirche A.B. und H.B., die evangelisch-methodistische,
die altkatholische, die armenisch-apostolische Kirche sowie die
Heilsarmee. Alljährlicher Höhepunkt ist die weltweite Feier eines
ökumenischen Gottesdienstes am ersten Freitag im März. Jedes Jahr
laden Frauen aus einem anderen Land zum Mitfeiern ihrer Liturgie
ein.
Weltgebetstag
Bild: "Lob dem Ewigen", Reine Claire Nkombo, Yaoundé/Kamerun