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Bischof Küng: Otto von Habsburg "Gigant im Nebel unserer Zeit"

Gedenkmesse zum ersten Todestag des Kaisersohnes in der Wiener Kapuzinerkirche

"Otto von Habsburg hat bis in sein hohes Alter hinein fasziniert, "weil in einer Zeit, in der alles verhandelbar erscheint, Menschen beeindrucken und anziehen, die ihre Aussagen nicht nach den Mehrheitsmeinungen schneidern, sondern wissen, woher sie kommen und wohin sie gehen": Das betonte der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng am Mittwoch bei der Gedenkmesse zum ersten Todestag des Kaisersohnes.
Predigt im Wortlaut

Unter den Teilnehmern der Messe in der Wiener Kapuzinerkirche waren unter anderen Georg von Habsburg, der jüngere Sohn des Verstorbenen, und Walpurga Habsburg-Douglas, die jüngste der Töchter. In der Krypta - der Kapuzinergruft - befindet sich Otto von Habsburgs letzte Ruhestätte.

Küng hob hervor, dass Otto von Habsburg einer gewesen sei, der gewusst habe, wo er steht. In allen Wechselfällen seines "langen, großen Lebens" sei er fest in dem gestanden, aus dem er kam, nämlich "aus der Tradition einer großen Familie, eines Herrscherhauses." Der spätere EU-Politiker sei fest verwurzelt in seiner eigenen Familie gewesen; "er war ein christlicher Familienvater im besten Sinne, er hat Ja gesagt zu einer großen Familie mit vielen Kindern".

Wo heute "alles beliebig zu werden" scheine, wo Mehrheitsentscheidungen, die "wiederum oft, so scheint es, von Medien gesteuert werden", die Messlatte seien, "da sehnen sich die Menschen nach Halt und Werten, die wie Leuchttürme aus dem Nebel unserer Zeit herausragen", sagte Bischof Küng. Otto von Habsburg sei so ein Leuchtturm gewesen.

Der älteste Sohn Kaiser Karls I. sei "Gigant im Nebel unserer Zeit bis ganz zum Schluss seines Lebens" gewesen, betonte der St. Pöltner Bischof: "Er wusste, dass man sich verneigen konnte - vor dem Herrgott, vor allem vor unserer Lieben Frau von Mariazell, wo die Familie regelmäßig ihre Mitte suchte, wie man heute sagt".

(KAP) Predigt im Wortlaut

Bild: AP Photo


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