Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt

Diözesane Gedenkstätte in der Prandtauerkirche St. Pölten errichtet

Eine diözesane Gebets- und Gedenkstätte für die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege sowie für alle Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewalt konnte Bischof Dr. Kurt Krenn am Sonntag, dem 19. November in der Prandtauerkirche in St. Pölten segnen.

Bei der feierlichen Segnung im Rahmen des Gottesdienstes nahmen auch Vertreter des öffentlichen Lebens teil, unter ihnen der LAbg. und Clubobmann Mag. Klaus Schneeberger in Vertretung des Landeshauptmanns, der St. Pöltner Bürgermeister Willi Gruber und der Militärkommandant von Niederösterreich, Div. Prof. Culik. Die Militärmusik unter Leitung von Oberst A. Pistotnig sowie die Volkstanzgruppe der Landjugend Herzogenburg umrahmten den Beginn dieser Feier am Rathausplatz.

Gegen das Vergessen
Mit dieser Initiative werde das Leid des Krieges bleibend in Erinnerung gebracht, sagte Bürgermeister Willi Gruber in seinen Grußworten. Auch nach einem halben Jahrhundert Friede müsse man "bewusst zu machen, wie leicht das Erreichte wieder verspielt werden kann", wies er hin. Mag. Schneeberger erinnerte an die Brandkatastrophe von Kaprun, dass heute viele Menschen durch Elementarereignisse und Katastrophen von Tod und Leid getroffen werden. Auch jenen sei heute zu gedenken, sagte er. Div. Prof. Culik bezeichnete die Segnung dieser Gedenkstätte als einen großen Tag für die Garnison. Es werde an diesem Ort nicht nur der Soldaten, sondern auch der zivilen Opfer gedacht. In das Gedenken mit eingeschlossen seien auch "jene 43 Soldaten, die im Rahmen von UNO-Einsätzen ums Leben gekommen sind". Diese Stätte soll mahnen und erinnern, dass alle aufgerufen seien, alles zu tun, damit "Gewalt, Kriege und Auseinandersetzungen in Zukunft vermieden werden".

Ein Denkmal der ganzen Diözese
Beim Einzug in die Prandtauerkirche wurde diese Bronzeplastik mit der Darstellung der Kreuzabnahme von Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn gesegnet. In der Predigt beim anschließenden Gottesdienst bedankte sich der Bischof beim niederösterreichischen Künstler Prof. Mag. Hans Freilinger, der diese Bronzeplastik geschaffen hat sowie bei Oskar Altwirth und seiner Frau Ella, die diese Gedenkstätte gespendet haben. Die Ausgestaltung und Errichtung veranlasste der Rektor der Prandtauerkirche, DDr. Reinhard Knittel, der auch die Finanzierung besorgte. Daran beteiligt haben sich die NÖ Landesregierung, die Stadt St. Pölten sowie private Spender. 
"Ab jetzt soll es ein Denkmal der ganzen Diözese für die Toten sein", sagte der Bischof und sagte auch allen Dank, die mit beigetragen und für dieses Gedenkstätte "geistige Solidarität" bewiesen haben. 
"Wir wollen nicht zulassen, dass der toten Soldaten und Opfer der Kriege nicht mehr gedacht wird", unterstrich der Bischof du kritisierte, dass sich immer wieder "Unbetroffene und Unverständige gegen ein solches Gedenken profilieren wollen".
Der Tod mache die Menschen oft sprachlos und ratlos, was sich auch nach der Katastrophe von Kaprun gezeigt habe, sagte der Bischof. "Wir aber bezeugen, dass der Tod nicht das Ende ist", hielt er entgegen: "Unser Leben wird nicht weggenommen, sondern nur verwandelt".