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Das geistige Vermächtnis
von Weihbischof Dr. Alois Stöger:
Mein Testament!
Was mein Leben froh und reich
gemacht hat, war mein Beruf und in ihm die Liebe zur Heiligen Schrift und
die Vertiefung in sie. Ich entdeckte sie über den „Schott“ und die
Schriften von Pius Parsch in den letzten Jahren meines Gymnasialstudiums
in Melk. Bischof Memelauer schickte mich an das Päpstliche Bibelinstitut
nach Rom. Ich wurde 1938 zum Spiritual im Priesterseminar in St. Pölten
bestimmt. 1942 wurde mir der Lehrstuhl für neutestamentliche Wissenschaft
an der theologischen Lehranstalt in St. Pölten anvertraut. Ich sah
darin den Auftrag, dass ich die Heilige Schrift als Lehr- und Lebensbuch
den Priesterkandidaten erschließe.
Ich hatte die Gnade, während
des 2. Vatikanischen Konzils Rektor der Anima in Rom zu sein und die Neubearbeitung
der Heiligen Schrift für die Erneuerung der Kirche zu erleben.
Als ich 1967 zum Bischof
geweiht wurde, wählte ich als Wahlspruch das Wort aus dem Johannesevangelium:
„Verbum caro factum est.“ Mein Leben und Seelsorgsprogramm sollte auch
das Programm meines bischöflichen Wirkens sein.
Vieles blieb unerfüllt.
Ich bitte meine Freunde und Schüler, mit Geduld an der Verwirklichung
dieses Programmes zu arbeiten.
In meinem Leben wurde mir
viel Freude geschenkt. Ich danke allen, die mir Vertrauen und Güte
geschenkt haben, und bitte alle, die ich enttäuscht habe, um Vergebung.
Auf Grund eines Gespräches
mit der Generalleitung der Schulschwestern Amstetten und ihrer Zustimmung
möchte ich auf dem Schwesternfriedhof in Hainstetten begraben werden.
Statt Kranz- und Blumenspenden
sollen Spenden für die Caritas gegeben werden (Caritas St. Pölten).
Ich schließe dieses
mein Testament mit dem Gebet des Apostels Paulus: „Die Liebe Gottes, die
Gnade des Herrn Jesus Christus und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen“(2 Kor 13,13)!
+ Dr. Alois Stöger
e.h. |