Für wertorientierte Sportkultur
Wie das vatikanische Presseamt am 3. August bekannt gab, hat Papst Johannes Paul II.
im Päpstlichen Rat für Laien eine eigene Unterabteilung "Kirche und Sport" gegründet.
Sie ist künftig für den Kontakt der katholischen Weltkirche mit nationalen und internationalen Sportverbänden zuständig und soll darüber hinaus in den einzelnen Ländern die Bildung katholischer Sportvereinigungen fördern. Ferner soll sie sich für eine wertorientierte Sportkultur einsetzen und christliche Sportler ermutigen, sich zu ihrem Glauben zu bekennen.
Neuralgischer Punkt der heutigen Kultur
Da sich einige Disziplinen immer weiter von den ursprünglichen Idealen des Sports entfernten, sei es dringend notwendig, auch in diesem Bereich der Gesellschaft an die Grundwerte zu erinnern. Nur wenn der Sport die komplexen Veränderungen der jüngsten Zeit mit den Geboten der Menschenwürde verbinde, könne er eine "Schule der Tugend und ein Werkzeug des Friedens sein", so das Vatikandokument.
Olympische Spiele: Seelsorger als "guter Geist der Mannschaft"
Als "guter Geist" der österreichischen Olympia-Mannschaft in Athen will sich Sportkaplan P. Dr. Bernhard Maier engagieren. Für den Salesianerpater, der auch Ehrenmitglied des Österreichischen Olympischen Komitees ist, sind die Wettkämpfe in Athen bereits die 12. Olympischen Spiele, an denen er als Seelsorger teilnimmt. P. Maier gestaltet Gottesdienste für die Sportler, er möchte aber auch für die 74 österreichischen Athleten beim Training und in der Freizeit "so viel wie möglich da sein, wenn sie jemanden zur Reden brauchen", so der Olympia-Kaplan im Gespräch mit "Kathpress". Der Seelsorger fühlt sich gut in die Mannschaft integriert und hofft, dass es zu keinen "Extremsituationen" wie etwa der Verletzung eines Sportlers kommt.
Die Werte der Olympischen Spiele stünden heute in einer Spannung zur professionellen Wettkampf-Realität, so Maier. Die Spiele würden immer mehr zu "einer hoch professionell durchgeführten Show". Die Gefahr eines "überspitzen Siegerprinzips" sei groß, wonach nur mehr Medaillen zählen. Dennoch hätten Olympischen Spiele immer noch "ein ganz besonderes Flair". Wenn sich wie in Athen Sportler aus 202 Nationen in einem Stadion versammeln, dann lasse sich die Welt im kleinen erleben
Zwei Seelsorger unterstützen die deutschen Sportler
Der evangelische Geistliche Klaus-Peter Weinhold, selbst einst Volleyball-Spitzenspieler und der katholische Olympiapfarrer Hans-Gerd Schütt werden die deutsche Mannschaft während der Dauer der Sommerspiele in der griechischen Hauptstadt vom 13. bis 29. August seelsorglich betreuen.
Schalke-Trainer Jupp Heynckes lässt Dressen segnen
Seit 46 Jahren wartet der deutsche Spitzenklub vergeblich auf den 8. Meister-Titel. Heuer versucht es Trainer Jupp Heynckes (59) mit Gottes Hilfe. Er will die Dressen, Fußballschuhe und Bälle segnen lassen!
Spanisches Vorbild
Diese Segnungsfeier kennt Heynckes aus seiner Zeit beim spanischen Erstligisten Athletico Bilbao (1992 bis 1994). Auch dort geht man vor Saisonbeginn in die Kirche. Nach der gemeinsamen Messfeier segnet der Priester die Fußballeruttensilien.
Papst als Ehrenmitglied
Schalke hat ähnlich wie der FC Barcelona schon immer eine besondere Beziehung zur Kirche: Bei beiden Klubs ist Papst Johannes Paul II. Ehrenmitglied. Und sowohl im Estadio Nou Camp in Barcelona als auch im Schalke Stadion gibt es eine eigene Kapelle. Trotz kirchlichem Segen und öffentlich zur Schau gestelltem Gottvertrauen sollten die "frommen Kicker" nicht auf das Trainieren vergessen.